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Schwerpunkt Gesundheit | PSYCHISCHE ARBEITSPLATZ-EVALUIERUNG

Schwerpunkt GESUNDHEIT

 

 

Arbeit 4.0: Wie unterstützt die Evaluierung psychischer Belastungen dabei?

 

Die Arbeitswelt soll sich bald radikal verändern. 150 Jahre nach der ersten industriellen Revolution steht mit Industrie 4.0 die vierte Revolution vor der Tür. Für arbeitende Menschen ergeben sich große gesundheitliche Risiken, gleichzeitig aber auch neue Chancen für Prävention.

Prävention im Brennpunkt

Laut Gerhard Comelli [3], ehemaliger Professor für Organisationspsychologie an der Universität Niederrhein, beginnt eine gute Organisationsentwicklung mit einer Screening-Befragung der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anhand dieser Analyseergebnisse lassen sich in einem Unternehmen die Bereiche mit dem größten Handlungsbedarf rasch und effizient herausfiltern. Dazu bietet sich vor allem die Belastungsanalyse im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Prozesses der Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz an. Tendenziell sind größere Unternehmen schon weiter fortgeschritten in Richtung Digitalisierung. Deshalb sind dort vor allem jene Screening-Instrumente nützlich,

  • die gezielt Fragen zu Belastungen im Bereich Software-Ergonomie, Vereinbarkeit von Lage der Arbeitszeit und Familienleben, Länge der Arbeitszeit, Möglichkeit für Arbeitspausen, passende Qualifikation u. v. m. stellen [2].
  • Um die „neuen Belastungen“ gezielter zu erfassen, können im Rahmen der Belastungserhebung verbale Zusatzfragen nach den wichtigsten Belastungsbeispielen und Lösungsvorschlägen hilfreiche Informationen liefern: einerseits als Hinweis auf jene Bereiche, in denen tiefergehende Analysen notwendig sind, andererseits handlungsanleitend für die Arbeitsgestaltung selbst. Einen ebenso guten Einblick in akuten Handlungsbedarf gibt die Abfrage nach der Wichtigkeit von Verbesserungen bei einzelnen Belastungen bzw. ganzen Belastungsbereichen [4].
  • Die Fähigkeit, mit technischen Neuerungen stressfrei umzugehen, variiert auch mit dem Alter. Daher sollte das gewählte Evaluierungsverfahren auch Auswertungen nach Alter und weiteren demografischen Variablen ermöglichen, um Altersstrukturanalysen vornehmen und Arbeit alterns- wie generationengerecht gestalten zu können [5].

 

Wie diese Instrumente und mit welchen Ergebnissen diese in der Praxis eingesetzt werden können, finden Sie im Gesamtartikel, den Senatorin Mag. Ulrike Amon-Glassl für das Magazin der AUVA verfasst hat.

 

>> ZUM ARTIKEL ÜBER PSYCHISCHE ARBEITSPLATZ-EVALUIERUNG

 

 

 

Literatur:

2. Ulich, E. (2011). Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Zürich: Schäffer-Poeschl.

3. Comelli, G. (1985). Training als Beitrag zur Organisationsentwicklung. Handbuch der Weiterbildung für die Praxis in Wirtschaft und Verwaltung, Band 4. München.

4. Amon-Glassl, U. & Glassl, M. (2016). Erhebung psychischer Belastungen mit EWOPLASS® (European Workplace Assessment) – positiv, konzernweit und länderübergreifend. In: R. Wieland, K. Seiler & M. Hammes (Hrsg.). Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit (S. 259–268). Dialog statt Monolog. Kröning: Asanger.

5. Ilmarinen, J. E. (2004). Älter werdende Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. In: M. von Cranach, H.-D. Schneider, R. Winkler & E. Ulich (Hrsg.). Ältere Menschen im Unternehmen. Chancen, Risken, Modelle (S. 29-47). Bern: Haupt.

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