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Schwerpunktthema Gesundheit | MONOPOLISIERUNG DER NAHRUNGSKETTE

Schwerpunkt GESUNDHEIT

 

WAS DIE MONOPOLISIERUNG DER NAHRUNGSMITTELKETTE MIT GESUNDHEIT ZU TUN HAT

 

Der SENAT DER WIRTSCHAFT arbeitet mit dem Lebensmittel-Experten Dr. Peter Schneider bereits seit einiger Zeit zusammen, um die Hintergründe des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) im Zusammenhang mit der Qualität der Ernährung zu beleuchten. In einer aktuellen Zusammenstellung ortet Dr. Schneider folgende Kernpunkte als negativ beeinflussende Faktoren in Österreich:

 

  • Es gibt nur noch eine Handvoll Anbieter (Spar, Rewe, Hofer, Lidl) mit über 85 % Marktanteil – d.h. dass das Sortiment heimischer Lebensmittel ist nur mehr beschränkt verfügbar.
  • Eigenmarken der Handelsketten, die vermehrt durch eigene Produktionsstätten bzw. exklusive Produktionspartner hergestellt werden, verstärken diesen Trend. Dadurch geraten bäuerliche Betriebe unter Druck.
  • Regionale Kleinbetriebe finden keinen Zugang zum Markt für ihre Produkte, auch wenn „Regionalität“ als Marketing-Gag des LEH oft hervorgehoben wird. So werden z.B. im Molkereiprodukt-Bereich die „regionalen“ Produkte von Großbetrieben hergestellt und sind österreichweit verfügbar – und somit keinesfalls „regionale“ Produkte.
  • Das AMA-Gütesiegel gilt für alle Produkte – auch für Billigprodukte – und ist daher kein Qualitätssiegel mehr. Bäuerliche Produzenten diskutieren daher den Austritt aus dem AMA-Projekt, da dieses Gütesiegel definitiv keinen Mehrwert mehr besitzt.
  • Für die Zulassung als Lieferant wird ein Lebensmittelsicherheitsstandard (IFS Food) verlangt. Dieser ist für Kleinbetriebe viel zu aufwendig und kostenintensiv und auch der für Kleinbetriebe neue Standard (IFS Global Market Food) ist für bäuerliche Kleinbetriebe ungeeignet, gilt aber als Liefervoraussetzung bei großen Ketten.
  • Bäuerliche Betriebe kommen unter Druck, sich nach IFS Global Market zertifizieren zu lassen, obwohl diese bereits nach SFFC22000 (einem international anerkannten Standard) zertifiziert sind. Das ist die schleichende Monopolisierung des IFS Standards. Förderansuchen von Betrieben zur Finanzierung dieser teuren Zertifizierungen werden derzeit von den zuständigen Gremien abgelehnt.
  • Die Dauerrabatt-Aktionsstrategie des LEH macht „gesunde“ Lebensmittel unmöglich. Dem Konsumenten geht das Gefühl für den Normalpreises verloren und er greift zum Billigsten, unabhängig davon, ob es sich um österreichische Produkte oder um Produkte aus dem Ausland handelt. Der Preisdruck macht unreif geerntete Ware mit Nachreifung und mit anderen physiologischen Werten sowie Produkte mit minderwertigsten Rohstoffen zum Standard-Lebensmittel.

 

Der SENAT DER WIRTSCHAFT wird diese Aspekte bei den politischen Gesprächen mit EntscheidungsträgerInnen weiterhin thematisieren!

 

 

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