6. AUGUST 2018 | TOURISMUS-TALK AUF BURG GOLLING | Senat der Wirtschaft

Rückblicke

6. AUGUST 2018 | TOURISMUS-TALK AUF BURG GOLLING

 

 

An dem heißen Montagabend des 6. August 2018 kamen über 60 Gäste auf Einladung des SENAT DER WIRTSCHAFT auf die Burg Golling, um einen interessanten und inhaltsreichen Talk zum Thema „Werte-Tourismus als nachhaltiges Konzept“ mitzuerleben.

Auf dem Podium gaben der Unternehmer, Gastronom und Abgeordneter zum Nationalrat, Josef Schellhorn, Mag. Florian Größwang als Mitglied der Unternehmensleitung des SalzburgerLand Tourismus, die Eigentümerin des Hotel Brückenwirt in St. Johann/Pongau, Petra Nocker-Schwarzenbacher, die auch als ÖVP-Politikerin und Obfrau der Bundessparte Tourismus der WKO tätig ist, sowie SENATs-Vorstandsvorsitzender Hans Harrer Inputs zu unterschiedlichen Aspekten des Themas.

Das Fazit der von SENATs-Geschäftsführer Jochen Ressel geleiteten Diskussion:

  • Es müssen dringend eine Orientierung an der Wertschöpfung Einzug halten und alte Denkmuster verlassen werden.
  • Nächtigungen allein sind keine relevanten Messgrößen mehr, da eine steigende Zahl von Tourismus-Unternehmen durch Preisdumping keine Erträge erwirtschaften und damit eine Lawine an Folgeproblemen auslösen kann.
  • In einem gemeinsamen Kraftakt muss die gewaltige Fachkräfte-Thematik pragmatisch und lösungsorientiert angegangen werden. Tausende Stellen sind zu besetzen und viele weitere könnten geschaffen werden. Da es aber keine Orientierung an der Wertschöpfung gibt, kann man die benötigten Fachkräfte nicht entsprechend entlohnen – selbst wenn sie verfügbar wären.
  • Tourismus muss daher als Instrument zur Überwindung von Grenzen und Barrieren verstanden werden, denn ohne ein gemeinsames Vorgehen – über Parteien und Föderalismus-Grenzen hinweg – kann keine zukunftsfähige Konzeption umgesetzt werden.
  • Tourismus braucht nicht nur die fachliche Ausbildung, sondern auch fundierte Wirtschaftskenntnisse, wie z.B. Wissen über neue und für die Branche nutzbare Finanzinstrumente, um die Investitionstätigkeit der Betriebe sicherzustellen.
  • UnternehmerInnen müssen Tour-Operators ganz klar kommunizieren, welches touristische Angebot sie bieten, bei dem Wertschätzung für Regionalität und für lokale Kulturgüter gefördert und mit der Wertschöpfungskette sorgsam verbunden wird. Passiert dies nicht, formulieren Tour-Operators eigene Angebote, bei denen die regionale Wertschöpfung keine Rolle spielt (Beispiel Kreuzfahrt-Tourismus in Venedig und auch in Salzburg Stadt – Stichwort: Donau-Kreuzfahrt-Touristen per Bus von Passau).
  • Tourismus muss als Instrument für Regionalentwicklung verstanden werden – aber nicht nur von der Politik, sondern auch von den UnternehmerInnen! Denn die Regionen müssen ihre eigenen Probleme, die über lange Zeit hinweg entstanden sind, auch selbst lösen wollen.
  • Es muss Schluss sein, mit dem Wegschieben der Verantwortung nach Brüssel oder zum Bund, um eigene jahrzehntelange Versäumnisse zu kaschieren. Es braucht Mut zur Verantwortung.

 

Der angeregten Diskussion ging eine Keynote von SENATs-Präsident Dr. Erhard Busek voraus, der durch seine Tätigkeit in Gremien der Salzburger Festspiele, als Vorstand des Gustav-Mahler-Jugendorchesters, als Vorsitzender des Kammermusikfestival Lockenhaus und als Mitglied im Advisory Board der Erste-Stiftung mit Fragen der Verbindung von Kultur und Tourismus ständig befasst ist. Zum Thema „Wie Kultur, Spiritualität und Tourismus zusammenhängen“ zeigte er auf beeindruckende Weise, wie die Elemente einander bedingen und ohne einander nicht sein können. Bei allem wirtschaftlichen Wirken ist Passion, d.h. eine Leidenschaft nötig, bei der die kulturellen Wurzeln geachtet, der Geist einer Region gefördert und die Entwicklungen sorgsam im Auge behalten werden. Anhand der kürzlich entwickelten „Ouverture spirituelle“ im Rahmen der Salzburger Festspiele zeigte er dies an einem praktischen Beispiel.

Nach der Diskussion zeigte SENATs-Geschäftsführer Jochen Ressel auf, was der SENAT im Bereich des Tourismus bereits aktiv unternimmt. Unter anderem wurden folgende Aspekte genannt:

  • Umfassende politische Arbeit durch laufende politische Gespräche auf ministerieller, Parlaments- und Parteiebene.
  • Publikation politischer Papiere mit dem Titel „PLÄDOYER“ mit tourismusrelevanten Inhalten, wie z.B. die 2017 erstellten Vorschläge „Maßnahmenkatalog für ländliche Entwicklung“ und „Ländliche Ansiedelung“.
  • Der SENAT arbeitet eng mit der ÖHV zusammen, um die Themen abzustimmen.
  • Mit dem EEDF – EUROPEAN ECONOMIC DANUBE FORUM und der Projektinitiative „Smart Danube Region“, mit einem eigenen Projektbereich für „Green- & Eco-Tourism“, bietet der SENAT eine Multiplikationsplattform für tourismusorientierte Wirtschaftsentwicklung im Donauraum.
  • Die zuletzt erschienene Ausgabe des SENATE-Wirtschaftsmagazins behandelte das Sonderthema „Tourismus“ mit einer Vielzahl hochkarätigster AutorInnen.
  • Im Rahmen der MITTELSTANDS-ALLIANZ wurde eine Finanz-Toolbox entwickelt, um Hilfestellung für die vielfältigen und bereitstehenden Instrumente zu geben.
  • Der SENAT stellt unzählige Vernetzungen für Finanzierungsfragen und alternative Tourismus-Konzepte über die Bundesgeschäftsstelle her und fungiert als „psychohygienische Plattform“, wo absurde Vorschriften und Rahmenbedingungen als Inputs für die politische Arbeit deponiert werden können.

 

Die Veranstaltung wurde vom SENAT DER WIRTSCHAFT wiederum klimaneutral gestellt, was durch die Übergabe der entsprechenden Urkunde an die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Golling, Frau Gudrun Heger, durch Peter Frieß als Repräsentant der KLIMA-ALLIANZ des SENATs bestätigt wurde. Beim anschließenden Get-together mit regionalen Spezialitäten tauschten sich die Gäste angeregt aus und vernetzten sich aktiv.

 

Fotocredit: © wildbild

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