27. SEPTEMBER 2018 | PRÄSENTATION DER FINANZ-TOOLBOX DES SENAT DER WIRTSCHAFT IN VORARLBERG | Senat der Wirtschaft

Rückblicke

27. SEPTEMBER 2018 | PRÄSENTATION DER FINANZ-TOOLBOX DES SENAT DER WIRTSCHAFT IN VORARLBERG

 

 

Am 27. September 2018 lud der SENAT DER WIRTSCHAFT UnternehmerInnen und Unternehmer zur Präsentation der neu entwickelten Finanz-Toolbox der MITTELSTANDS-ALLIANZ nach Lustenau, Vorarlberg in die Buchdruckerei Lustenau GmbH (BuLu) ein. Sechs Speaker stellten dabei Finanzierungslösungen und Best Practice-Beispiele vor, um anschließend in persönlichen Gesprächen mit den Gästen die Frage „Wie finanziert sich der Mittelstand in Zukunft?“ zu beantworten.

 

Führung durch die BuLu

Inhaberin und Geschäftsführerin Frau Mag. Christine Schwarz-Fuchs, Senatorin im SENAT DER WIRTSCHAFT lud zu Beginn interessierte Gäste zu einer persönlichen Führung durch die BuLu ein. Dabei konnten diese eindrucksvoll erfahren, wie in Schichtarbeit Drucksorten in höchster Qualität ohne Chemikalien für Kunden aus aller Welt produziert werden. Konsequente Investitionen und Modernisierungen, permanentes Benchmarking und externe Zertifizierungen bestätigen den Anspruch dieses Vorzeigeunternehmens, die ressourcenschonendste und klimafreundlichste Druckerei im deutschsprachigen Raum zu sein.

Durch ein klares Bekenntnis zum Standort sichert die BuLu familienfreundliche Arbeitsplätze, Fachkräfteausbildung und stärkt beispielhaft die Region. Seit dem Jahr 2000 erfolgt die stetige Orientierung in eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Wertschöpfungskette. Der Erfolg spricht für den 1913 gegründeten Familienbetrieb: In den letzten 10 Jahren konnte die Belegschaft von 30 auf 100 Mitarbeiter mehr als verdreifacht werden und dies trotz des Gegenwinds für Drucksorten durch die digitalen Medien. Ein Resultat daraus ist auch, dass die BuLu 2017 mit der höchstmöglichen Auszeichnung für nachhaltiges und ethisches Wirtschaften, dem SDG-Award, vom SENAT DER WIRTSCHAFT geehrt wurde.

 

Begrüßung und Vorstellung der Finanz-Toolbox

Im Anschluss an die Führung begrüßte Frau Mag. Christine Schwarz-Fuchs die ca. 30 Gäste zum offiziellen Rahmen. Sie betonte, wie wichtig es für den Mittelstand ist, zusammenzurücken und Lösungsansätze für die täglichen Herausforderungen durch Best Practice-Beispiele aufgezeigt zu bekommen – ein Ansinnen, das der SENAT DER WIRTSCHAFT höchst erfolgreich umsetzt. Wer im internationalen Wettbewerb bestehen und gleichzeitig für seine MitarbeiterInnen ein attraktiver Arbeitgeber sein will, darf es nicht scheuen, stets am neuesten Stand der Technik und des nachhaltigen Wirtschaftens zu sein. Dies zu finanzieren, bedarf heutzutage innovativer Lösungsansätze. Diese sind einem Großteil der mittelständischen UnternehmerInnen derzeit noch nicht bekannt. Daher freut sich die BuLu, Gastgeberin einer solch wichtigen Veranstaltung zu sein.

Dr. Johannes Linhart, Geschäftsführer der MITTELSTANDS-ALLIANZ, machte in seinen einführenden Worten unmissverständlich klar: „Wenn der Finanzplatz Österreich nicht modernisiert und der Kapitalmarkt für den Mittelstand nicht geöffnet wird, werden wir weiterhin unsere besten Talente verlieren und im Standortranking abfallen. Zur Absicherung des Mittelstandes gehört daher auch eine auf diese Zielgruppe ausgerichtete Finanzierungsmöglichkeit“. Er zeigte sodann die Intentionen und die Funktionsweise der neu entwickelten Finanz-Toolbox auf, die im Webportal des SENAT DER WIRTSCHAFT und auch auf der Website der MITTELSTANDS-ALLIANZ (www.mittelstands-allianz.at) zugänglich ist. „Mit der vom SENAT entwickelten Finanz-Toolbox gewähren wir Unternehmen die Möglichkeit, sich über vielfältige Finanzierungslösungen zu informieren und mit den dazu nötigen ExpertInnen zu vernetzen, um so eine optimale Lösung erarbeiten zu können“, führte Dr. Linhart aus.

 

Im Dialog mit sechs Finanzierungslösungen

In jeweils 7-minütigen Kurzstatements wurden daraufhin einige der wesentlichen Elemente der Toolbox angesprochen, bevor die Gäste die Möglichkeiten hatten, sich an verschiedenen World-Café-Tischen mit den anwesenden ExpertInnen im Detail auszutauschen.

  • Dass die Liquiditätsbeschaffung über Factoring rasant an Bedeutung gewinnt zeigte Christoph Seyfried von der Raiffeisen Factor Bank AG auf. Er betonte dabei, wie schnell und unkompliziert dies inzwischen umgesetzt werden kann.
  • Wie mit Risikokapital das Eigenkapital gestärkt und das Wachstum bspw. durch die Eroberung neuer Märkte ermöglicht werden kann, zeigte Dr. Omer Rehman von Capvis Equity Partners AG anhand eines Best-Practice Beispiels auf.
  • Dass die Innovationskraft der Blockchain auch vor Finanzierungslösungen nicht Halt macht, zeigte Frau Mag.a Karen Wendt, Gründerin und Inhaberin von Eccos Impact auf. Sicherheit, weitgehendes Auslöschen von Fehlerquellen sowie Zugang zu neuen Investoren sind dabei die größten Vorteile. Auch den rechtlichen Rahmen haben die Schweiz und Liechtenstein als bisher einzige Länder abgesteckt.
  • Die regionale Mittelstandssicherung thematisierte Dipl.-Ing. Gregor Rosinger, Inhaber der Rosinger Group, auf sehr anschauliche Weise, nicht nur durch seine Beratungserfahrung bis hin zum IPO, sondern auch durch die von ihm getätigten Unternehmenskäufe und Restrukturierungen.
  • Wie sehr die Digitalisierung Finanzierungsangebote vergünstigt und zugänglich macht, zeigte Max J. Heinzle, Gründer und CEO des FinTech-Start-ups 21.finance Group auf. Er präsentierte das Thema Crowdinvesting, als nur eine der zahlreichen Finanzierungslösungen die seine Plattform anbietet. Hierbei sei auch auf den Umsetzungspartner der Finanztoolbox FinnestPro.com als innovative Plattform für Schulscheindarleihen (schon ab € 500.000,-) verwiesen, eine Finanzierungsform, die in Österreich noch eher unbekannt ist.
  • Schließlich bot Dipl. BW (FH) Rainer Terwart, Senior Berater und Partner bei Grahammer & Partner Unternehmensberatung GmbH, den anwesenden GeschäftsführerInnen seine Hilfe an, bei dieser Vielzahl von innovativen Angeboten die jeweils richtige und zugeschnittene Finanzierungsform auch mit den jeweiligen Bankenpartnern zu finden. Mit klugem Financial Engineering steht einer stabilen Investition oder nachhaltigen Betriebsübergabe nichts mehr im Wege.

Im Anschluss nutzten die Anwesenden ausgiebig die Möglichkeit, sich mit den ReferentInnen in kleinen Gruppen auszutauschen. Der Abend endete mit einem ausgezeichneten, von der BuLu bereitgestellten, Büffet und einem lebhaften Get-together. Seinen Werten im Sinne der ökosozialen Marktwirtschaft verpflichtet, hat der SENAT DER WIRTSCHAFT die gesamte Veranstaltung klimaneutral gestellt.

 

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